Der 16. August. Ein schwieriges Datum. Meine Mama hätte da Geburtstag gehabt. Generell ist der August schwierig. So viele Dinge wären im August mit Mama gewesen. Schützenfest, Libori. Und das alles geht nicht mehr. Nicht nur, weil sie so sehr fehlt, sondern weil ich diese Dinge auch gar nicht mehr so richtig kann. Das macht mein Augustgefühl aus. Trauer, Wut, Ohnmacht. Nichts ist mehr, wie gewohnt… Und ich weiß, dass ich durch dies alles hier auch nie wieder die alte Claudia sein werde.
Da tut es gut, wenn man gemeinsam Dinge tut, auch, wenn sie fast unmöglich scheinen. Ich habe mit meiner Schwester am Freitag das Pur-Konzert besucht. Ich wusste, es wird hart. Ich hatte Schmerzen, musste mich mit Morphium abschießen und trotzdem tat es weh. Der Schmerz überdeckte alles.
Aber, ich habe es trotzdem gemacht und riskiert. Ich habe mit meiner Schwester auf der Tribüne gesessen und trotz Schmerzen einen wundervollen Abend voller Erinnerungen, alten Gefühlen und Emotionen genossen. Wir waren uns so nah wie früher. Es war so schön. Wir haben gesungen, gejubelt, meine Mama gefeiert und gemeinsam sogar geweint. Es war nichts peinlich oder schräg. Obwohl einige bei uns einfach gar nicht richtig mitgemacht haben, haben wir einfach alles so gemacht wie früher auf Konzerten.
Ich wusste, es würde sich am nächsten Tag rächen. Aber das war es wert. Ich habe das gemacht, trotz all dem Rotz. Und es war herrlich und wunderbar und zauberhaft.
Ich bin unendlich stolz auf mich und meiner Schwester so sehr dankbar, dass sie auf mich geachtet hat und mir half, wann immer es nötig war. Und dann muss ich noch sagen, dass ich einfach die beste Schwester der Welt habe. Als Menschen geglotzt haben, weil ich halt nicht so gut laufen kann, da hätte sie die alle am liebsten umgenietet. Mein kleiner Kampfpinscher. Aber ich konnte sie zurückhalten und sie hat einfach nur böse Blicke verteilt. Das kann sie nämlich besonders gut.